Digitale Coach-to-Coach-Ausbildung:

Wie ich für unseren Kunden ein nachhaltiges Qualitätsmanagement im Coaching aufgebaut habe. 

Ich bin Katja Schulze von pauck + partners und in meiner Arbeit als Beraterin für Training, Coaching und Qualitätssicherung begegnet mir immer wieder dieselbe Frage: Kann eine hochwertige Coach-to-Coach-Ausbildung wirklich digital funktionieren? Viele Menschen gehen davon aus, dass Coaching ausschließlich im Präsenzsetting seine volle Wirkung entfalten kann. Doch meine jüngste dreiteilige Coach-to-Coach-Ausbildung für einen unserer Kunden zeigt eindrucksvoll, dass diese Annahme überholt ist – und dass digitale Formate nicht nur gleichwertig, sondern in vielerlei Hinsicht sogar effizienter sein können.

Ausgangspunkt: Ein dezentral organisierter Kundenservice im Wandel 

Der Kundenservice unseres Auftraggebers war bislang dezentral organisiert – über zwölf Institute hinweg arbeiteten die Mitarbeitenden verteilt im gesamten Bundesgebiet. Im Rahmen eines umfassenden Change-Prozesses wurde entschieden, dass diese dezentrale Arbeitsweise bestehen bleiben sollte, während Steuerung, Verantwortlichkeiten und Qualitätsvorgaben künftig zentralisiert werden.  

Diese organisatorische Neuausrichtung führte selbstverständlich zu veränderten Rollenbildern und neuen Rollenkonzepten. Um trotz dezentraler Strukturen eine einheitliche, hochwertige Kundenkommunikation zu gewährleisten, haben wir im ersten Schritt ein abgestimmtes Kommunikationstraining durchgeführt. Die Mitarbeitenden kannten mich daher bereits, wussten, wie ich arbeite, und hatten Vertrauen aufgebaut – ein entscheidender Vorteil für die später folgende Coach-to-Coach-Ausbildung. 

Mit den vom Kunden definierten Qualitätsmerkmalen sowie dem bereits bestehenden Qualitäts- und Coachingbogen konnten wir anschließend Phase zwei des Gesamtprozesses eröffnen: die Qualifizierung der zukünftigen Coaches. 

Das dreiteilige, digitale Ausbildungsformat 

Im Rahmen einer passgenauen Coach-to-Coach-Ausbildung habe ich die zukünftigen Coaches darauf vorbereitet, künftig einheitliche Qualitätsmaßnahmen im neuen zentral gesteuerten Kundenservice durchzuführen und nachhaltig fortzuführen. Das digitale Konzept bestand aus drei Modulen, die jeweils Theorie, Reflexion und intensive Praxis miteinander verbunden haben. Jedes Modul enthielt einen fachlichen Input-Teil sowie einen Live-Coaching-Block, in dem die Teilnehmenden das Gelernte direkt umsetzen konnten. 

Inhalte, die wir u. a. behandelt haben: 

  • Grundlagen des Coachings
  • Feedback-Regeln und professionelle Gesprächsführung
  • Umgang mit schwierigen Coaching-Situationen
  • Rollenverständnis und Aufgaben eines Coachs
  • Nachhaltigkeit im Coaching und der Coaching-Kreislauf nach Brinkmann
  • Strukturierte Anwendung und Interpretation des Qualitätsbogens
  • Kalibrierungsprozesse im Qualitätsmanagement: Warum sie unverzichtbar sind und wie sie funktionieren 

Gerade der Kalibrierungsprozess war ein zentraler Bestandteil, um sicherzustellen, dass alle Coaches nach denselben Maßstäben beobachten, bewerten und begleiten. Nur so kann ein faires, verlässliches und vergleichbares Qualitätsniveau in einem dezentralen System gewährleistet werden. 

Warum digital? Weil es funktioniert. 

Die digitale Zusammenarbeit führte zu einer bemerkenswert hohen Konzentration, Offenheit und Interaktion. Die Teilnehmenden ließen sich aktiv auf die Live-Coachings ein, nutzten den geschützten Rahmen zum Ausprobieren und reflektierten sehr intensiv ihr eigenes Tun. Viele empfanden die digitale Umgebung als angenehm und sogar erleichternd, um neue Methoden auszutesten. 

Das Ergebnis: Ein ausgebildetes Coaching-Team, das Qualität sichern und weiterentwickeln kann 

Nach Abschluss aller drei Module verfügt der Kunde nun über ein qualifiziertes Team von Coaches, das: 

  • fundierte Coaching-Kompetenzen besitzt,
  • den Qualitäts- und Coachingbogen sicher und einheitlich anwenden kann,
  • Kalibrierungsprozesse versteht und im Alltag umsetzt,
  • Mitarbeitende professionell, fair und nachhaltig begleitet,
  • und damit die Grundlage für ein einheitliches Qualitätsniveau im neuen Kundenservice bildet. 

Handlungsempfehlungen für Unternehmen 

  • Digitale Formate ernsthaft prüfen: Moderne Coach-to-Coach-Ausbildungen funktionieren digital ebenso wirksam wie in Präsenz – oft sogar effizienter.

  • Ziele und Rollen früh klären: Einheitliche Qualitätsstandards brauchen ein klares Rollenverständnis und definierte Qualitätsmerkmale, bevor die Ausbildung startet.

  • Praxis statt Theorie priorisieren: Live-Coaching, direkte Anwendung und strukturierte Reflexion maximieren den Lernerfolg und sichern nachhaltige Umsetzung.

  • Kalibrierungsprozesse fest verankern: Nur gemeinsame Bewertungsmaßstäbe schaffen Transparenz, Fairness und ein verlässliches Qualitätsniveau im gesamten System.

  • Vertrauen und Beziehung aufbauen: Eine erfolgreiche digitale Ausbildung braucht eine sichere Lernatmosphäre und klare Kommunikationsstrukturen.

  • Qualität langfristig denken: Coaching-Kompetenzen, Qualitätsbögen und regelmäßige Kalibrierungen bilden das Fundament für dauerhaft hohe Servicequalität.

Mein persönliches Fazit 

Die Coach-to-Coach-Ausbildung hat eindrucksvoll gezeigt, dass digitale Qualifizierungsformate eine enorme Chance bieten – insbesondere in dezentralen Organisationsstrukturen. Mit einem klaren Zielbild, einem praxisorientierten Konzept und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit lassen sich digitale Coaching-Ausbildungen nicht nur erfolgreich durchführen, sondern auch nachhaltig in der Organisation verankern. 

Wer glaubt, dass Coach-to-Coach-Ausbildungen ausschließlich in Präsenz funktionieren, irrt. Professionelles Coaching funktioniert überall dort, wo Menschen offen miteinander arbeiten – auch und besonders im digitalen Raum. 

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